| Die galicische Sprache ist alego (gallego). Sie hat mehr mit dem portugiesischen gemein, als mit dem spanischen, was geschichtliche Ursachen hat. Galicien war sehr lange christlich, die Mauren herrschten zwar auch hier, aber
verhältnismässig kurze Zeit. Galicien gehört zu den ärmsten Gebieten Spaniens. Es gibt kaum Industrie, das Land lebt mehr oder weniger vom Meer. Ein gutes Drittel des spanischen Fischfangs wird in Galicien erzielt. Aufgrund der schlechten Perspektiven wandern viele Galicier aus. Sie
gehen nach Lateinamerika und hoffen dort auf ein besseres Leben. So wie viele Ausländer die Deutschen mit den Bayern gleichsetzen und die Ostdeutschen mit den Sachsen, so setzen die Lateinamerikaner die Spanier mit Galiciern gleich.
Die fjordähnliche Küstenlandschaft ist in Galicien bestimmend. Die tiefen Einschnitte nennt man hier rías. Die Landwirtschaft besteht heute überwiegend aus Monokulturen. Auffallend allerdings sind die Getreidespeicher (hórreos), auf die man allerorts
trifft. Sie sind aus Granit und sehen mit ihren Kreuzen und Dachverzierungen aus wie kleine Tempel.
Das Klima wird hier natürlich vom Atlantik geprägt und ist das feuchteste Spaniens. Die Temperaturen sind gemässigt (nicht zu kalte Winter und nicht zu heisse Sommer).
Gerade wegen der allgemeinen relativ ungünstigen Ausgangsposition setzt auch
Galicien auch seit einigen Jahren auf den Tourismus. Schliesslich verfügt z.B.
La Coruña über die längste Uferpromenade Spaniens und auch der älteste
Leuchtturm ist hier zu finden. Leuchtturmfreunde sind hier an der Küste übrigens
sehr gut aufgehoben, es gibt sie in sehr grosser Stückzahl.
Baden gehen die meisten Urlauber jedoch lieber an der Mittelmeerküste. Die Temperaturen des Atlantik, sind nicht immer verlockend, sie erinnern mit ihren ca. 18º im Sommer doch sehr an deutsche Verhältnisse. Nur in den rías klettern sie manchmal an die 20º oder
darüber.
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