 | Vermutlich
gelangte der Olivenbaum schon vor 3000 Jahren aus Kleinasien in den Mittelmeerraum. Allerdings wurde er zuerst in Griechenland und auf Kreta angebaut. Die Römer bauten den Baum dann in ihren eroberten Gebieten an, so auch in Andalusien. So entwickelte sich schon damals aus dem Olivenöl
das wichtigste Handelsgut der Römer. Auch als später die Eroberer wechselten, der Olivenbaum blieb und wurde immer gepflegt und der Anbau vorangetrieben. |
Heute ist Spanien der grösste Olivenölproduzent in Europa. Rund 220 Millionen Olivenbäume wachsen auf einer Fläche von etwa zwei Millionen Hektar Land. Davon wiederum liegen rund 60% der Bäume in Andalusien.
Mitentscheidend für eine gute Qualität des kaltgepressten Olivenöls sind:
- die Pflege der Bäume
- eine fachmännische Ernte ohne mechanischer Hilfe
- eine schonende Verarbeitung der Früchte
Bei der traditionellen Ernte werden die reifen Früchte mit langen Stäben von den Bäumen geschlagen. Sie fallen auf unter den Bäumen ausgebreiteten Netze. Die Ernte findet zwischen November und Februar statt. Aufgeplatzte über- oder unreife Oliven verschlechtern den
Geschmack des Öles durch zu viele Bitterstoffe.
Es gibt unterschiedliche Qualitäten des Olivenöls,
- flor de aceite (Blume des Öls) hierbei wird weder zentrifugiert noch gepresst, man fängt nur das Öl auf , das beim Mahlen von selbst aus der Paste herausläuft
- normales kaltgepresstes Öl wird zwischen runden Matten hydraulisch gepresst. Wichtig hierbei ist, das Öl wird nicht erhitzt.
- bei der Herstellung von raffinierten Ölen werden Lösungsmittel und Hitze eingesetzt, dabei werden Duft, Geschmack und Nährstoffe des Öls verändert.
Manche Firmen filtern Ihre Öle, wodurch die Farbe und die Transparenz verändert wird. Im Moment sind allerdings die naturbelassenen Produkte im Trend und somit belassen einige Firmen die Öle in ihrer eigentlichen Farbe.
Qualität:
je niedriger der Anteil an Fettsäure ist, desto feiner und fruchtiger schmeckt das Öl. Man unterscheidet in folgende Qualitätsstufen:
Aceite de Oliva Virgen Extra (Natives Olivenöl Extra) - ist die höchste Qualitätsstufe des spanischen Olivenöls. Sie ist garantiert kaltgepresst und darf einen Säuregrad von 1,0 nicht übersteigen.
Aceite de Oliva Virgen: ist ebenfalls kalt gepresst. Der Säuregrad darf hier 2,0 nicht übersteigen.
Aceite de Oliva: raffiniertes Olivenöl oder eine Mischung als raffiniertem und kaltgepresstem Öl. Es ist das preiswerteste Öl, allerdings auch minderwertiger als die anderen. Ist allerdings gut zum Frittieren geeignet.
Gesundheit:
die qualitativen Vorteile gegenüber den tierischen Fetten ist unbestritten. Die ungesättigten Fettsäuren, die reichlich vorhanden sind, unterstützen den Stoffwechsel und können hohen Cholesterinwerten vorbeugen, was wiederum vielen Herz- und Kreislauferkrankungen
vorbeugen kann. Auch schützen die Pflanzenfarbstoffe und Phenole Herz und Gefässe. Vitamin E stärkt das Immunsystem. Das Öl ist leicht verdaulich und fördert die Heilung von Magengeschwüren und hilft auch bei Verdauungsproblemen.
auch äusserlich kann man Olivenöl anwenden. Es lindert Bronchitis, stärkt die Abwehrkräfte der Haut und verleiht die Spannkraft. Auch in Haarpackungen wird Olivenöl verwendet.

Verarbeitung: Auch wenn sie aufgrund der hohen Anschaffungskosten noch nicht
überall im Einsatz sind, so wird kann heute das Olivenöl rückstandsfrei gewonnen
werden. Für 3 Mio Euro schaffte sich z.B. die Firma "Ribes Oli" aus Beniardá in
Benilloba (Costa Blanca) eine solche hochmoderne Presse an. 250.000 kg Oliven (aceitunas)
können hier pro Tag zu hochwertigem Olivenöl verarbeitet werden. Dabei bleiben keine der
Rückstände, die beim herkömmlichen Verfahren sehr aufwendig entsorgt werden müssen.
Die Maschine verarbeitet die Olivenkerne zu Bio-Brennstoffen und auch das anfallende Wasser
kann wieder verwertet werden. Die Firma will nun in unmittelbarer Nachbarschaft ein
ländliches Hotel mit 24 Zimmern einrichten und somit den "turismo oleícola" fördern.
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