| Man
kann nicht behaupten, dass man als durchschnittlicher Deutscher viele
spanische Bücher kennt. Auf die konkrete Frage hin, werden die meissten
Deutschen schon Stolz sein, wenn ihnen spontan "Don Quijote"
einfällt. Aber auch dieser ist im Bekanntheitsgrad nicht gerade im
Steigen begriffen. Zu Vielfältig ist das Angebot von Unterhaltung
geworden. Totzdem, er ist und bleibt nun mal ein Klassiker und sollte
schon aus diesem Grund hier erwähnt werden. Das der Bestseller von
Cervante in diesem Jahr (2005) seinen 400sten hat, kommt motivierend für
mich hinzu.
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Spontan fallen mir zum Thema Don Quijote folgende Dinge
ein:
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Cervante (Miguel de Cervantes Saavedra
29.09.1547/ Alcala de Henares-23.04.1616/Madrid in wurde als 4. von 7
Kindern eines verarmten Hidalgo-Geschlechts geboren. Seine Eltern
waren, Rodrigo de Cervantes, ein erfolgloser Chirurg und Leonor de
Cortinas. Der junge Cervantes studierte Theologie in Salamanca und
Madrid.
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La Mancha, Region in Spanien - südlich
von Madrid
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Kampf gegen Windmühlen,
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Dulcinea (die Angebetete von Don
Quijote)
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Sancho Pansa - der ewige Begleiter
mit Esel
Wer es noch nicht getan hat, sollte dieses Buch einfach
mal lesen. Einerseits tut es uns ganz sicher allen gut mal wieder ein
klassisches Buch zu lesen. Andererseits ist dieses Buch für
Spanienliebhaber eigentlich schon fast ein Muss. Ein kleiner Reiseführer,
unterlegt mit einer Geschichte. Hinzu kommen die Tatsachen: das Buch wurde
in alle Schriftsprachen der Welt übersetzt und es gilt als erster
moderner Roman überhaupt.
La Mancha - Hier spielen die Geschichten. Mache wage
beschrieben, andere sehr konkret mit Ortsnamen und Gasthäusern, in die
man heute noch gehen kann. Die Region befindet sich etwa ein Autostunde
südlich von Madrid. Im Sommer und im Winter nicht wirklich
empfehlenswert, da entweder gnadenlos heiss oder ungemütlich (kalter
Wind), aber die Zeiten dazwischen. Sie drängen sich geradezu auf. In Consuegra und Campo de
Criptana z.B. finden sich noch immer die Windmühlen, die der Buchheld als
vermeintliche Riesen bekämpfte. In El Toboso, der Heimat von Dulcinea,
kann man nicht nur deren Wohnung besichtigen,
sondern auch ein kleines "Museo Cervantino" mit
rund 300 Buchausgaben in 50 Sprachen, darunter
Exemplare mit Illustrationen von Dalí und Picasso. Im Naturschutzgebietes des
Lagunas de Ruidera mit seinen blaugrünen
Seen mit der Höhle "Cueva de Montesinos"
sind ein reizvoller kann man ebenfalls auf Romanspuren wandeln. In Puerto Lápice, wo
sich Quijote zum Ritter schlagen ließ, lädt der aus dem 17 Jh
stammende Gutshof "Venta de Don Quijote" zur Rast ein. Die
Preise allerdings sind derart teuer, dass man schon aus Protest seine
Mahlzeit in Form eines Bocadillos mitnehmen sollte.
Cervante sass wegen Veruntreuung von Staatsgeldern in Argamasilla de Alba
im Gefängnis, dorf schrieb er dieses Wunderwerk der Literatur. Zum 400.
Jahrestag wurde in der Region viel getan:
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für spanische Verhältnisse ganz
unglaublich sorgfältig beschilderte Wege "Rutas de Don Quijote"
-
die Qualität der Unterkünfte wurde
verbessert,
-
Wander- und Reitwege angelegt
-
ein Gastronomiepfad wurde angelegt,
der den Besuchern die einheimische Küche und den La Mancha - Wein
näher bringen soll
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Almagro bietet: das historische Theater "Corral
de Comedias", den von Fuggern gebauten Adelspalasten, ein
Parador Hotel in einem ehemaligen Kloster und auch sonst viele kleine
nette Details, die eine Reise wert sind.
Zur Geschichte:
Don Quijote ist ein kleiner Landadeliger (dessen wahrer Name sogar dem
Autor nicht genau bekannt ist) und lebt "irgendwo" in der Mancha
in Spanien. Dort verschlingt er einen Ritterroman nach dem anderen, bis er
schließlich verrückt wird und glaubt, er selbst müsse als ein fahrender
Ritter sich todesmutig in Gefahren stürzen um dem Unrecht zu steuern.
Seinem Klepper verleiht er den wohltönenden Namen Rosinante
("Vorderstes der Rösser") und macht obendrein ein Bauernmädel
zur Gebieterin seines Herzens, die er nicht weniger wohlklingend Dulcinea
von Toboso nennt. So kommt es zu einem ersten Ausritt. Alles was er
sieht, bringt er in Zusammenhang mit dem Rittertum, obschon dieses schon
seit Generationen nicht mehr aktuell ist. Eine einfache Schenke wird in
seinen Augen zu einer Burg und die Dirnen, die davorstehen, werden zu
Burgfräulein. Nach seinem ersten Ausritt wird er völlig zerschlagen nach
Hause geschafft. Barbier und Dorfpfarrer veranstalten dann ein Autodafé,
dem – mit Ausnahme des "Amadis de Gaula" – sämtliche
seiner Ritterromane zum Opfer fallen. Er rekrutiert dann einen
"Schildknappen", der ihn während der folgenden Abenteuer
begleiten wird. Dieser heißt Sancho Panza (oder "Pansa", was
man als "heiliger Bauch" verstehen kann), wohnt im selben Dorf
und ist (zunächst) nicht eben der Hellste. In Ermangelung eines Pferdes
begleitet er seinen Herrn auf einem Esel, den er gelegentlich mit dem
Namen "Rucio" anspricht, was in einigen Gegenden Spaniens nichts
anderes als "Esel" bedeutet. Sancho Panza spricht häufig in
Sprichworten. Erst mit dieser Kontrastfigur bekam der hagere Don Quijote
seine universelle Bedeutung.
Dulcinea ist die Angebetete von Don Quijote. Er hat sie zwar nie
wirklich gesehen, aber da ein richtiger Ritter eine Angebetete braucht,
braucht auch Don Quijote eine solche. Alles was er tut, tut er für sie.
Als er etwa einen Zug von Galeerensträflingen befreit, verlangt er als
Dank, dass alle zu Dulcinea gehen und ihr von seinen Taten, die er
ihretwegen vollbracht hat, berichten sollen.
Das bekannteste Abenteuer ist zweifellos das, in welchem der Held -
trotz der eindringlichen Warnungen seines Knappen - anstelle von
Windmühlen Riesen sieht und diese zu bekämpfen versucht, was natürlich
nicht glücklich ausgeht. Dass er diesen Kampf verliert, schreibt er bösen
Mächten zu. (Die bekannte Aussage "Er kämpft gegen Windmühlen",
geht auf diese Geschichte zurück.) Der in seine Fantasien vernarrte
Idealist kämpft auch gegen staubumwölkte Hammelherden, liefert sich mit
rotweingefüllten Schläuchen einen "blutigen" Kampf und erobert
noch den "Helm des Mambrin", der in unserer schnöden Sicht nur
eine Barbierschüssel ist. Don Quijote gibt sich - auf Anregung seines
Knappen - den Übernamen "Der Ritter von der traurigen Gestalt",
und als solche kehrt er übel zugerichtet auf dem Ochsenkarren in sein
Heim zurück.
Im zweiten Buch nennt er sich dann auch der "Löwenritter".
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